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Neubeginn der Lehre und Forschung

Bereits am 2. Juni 1945 hatte sich ein Arbeitsausschuß für die Wiedereröffnung der TH konstituiert, dem u. a. Gustav Hertz und Max Volmer angehörten. Als beide kurz danach in die Sowjetunion gingen, übernahmen Carl Ramsauer und Wilhelm Westphal diese Aufgabe. Ramsauer war zweifellos für den Wiederaufbau der Physik als auch für die Gründung der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin die überragende Persönlichkeit. 1946 wurde er - 67 Jahre alt - Direktor des Physikalischen Instituts, dem er bereits seit den zwanziger Jahren als Honorarprofessor angehört hatte. Für die theoretische Physik wurde Hartmut Kallmann berufen, ein ehemaliger Mitarbeiter von Otto Hahn, und Rudolf Frerichs, zuvor KWI für Physik, übernahm als Vertreter für den beurlaubten Westphal die Physikalischen Übungen.

 

Auch die jetzt in Humboldt-Universität Berlin (HUB) umbenannte Friedrich-Wilhelm-Universität war mit dem Sommersemester 1946 wieder eröffnet worden. Christian Gerthsen blieb (seit 1939) Direktor des Physikalischen Instituts, bis er 1948 nach Karlsruhe berufen wurde. Friedrich Karl Sidney Möglich vertrat die theoretische Physik, Robert Rompe, Franz Skaupy und Ferdinand Trendelenburg waren weitere Hochschullehrer. Im folgenden Jahr kamen Hans Lassen für die Experimentalphysik sowie Hans Kienle und Walter Grotrian für die Astrophysik hinzu. Sehr bald jedoch begann eine politische Einflußnahme auf die Universität, der insbesondere kritische Studenten ausgesetzt waren. Die Exmatrikulation mehrerer gewählter Studentenvertreter führte am 19. Juni 1948 auf Initiative des Studentenparlaments der TUB zur Gründung eines vorbereitenden Ausschusses für eine "Freie Universität". Mit tatkräftiger Unterstützung durch die amerikanische Militärverwaltung und finanzielle Hilfe durch die Ford-Foundation konnte die "Freie Universität Berlin" (FUB) - während der Blockade Westberlins - gegründet werden. Gemäß ihrer kooperativen Verfassung hatten in der Neugründung in allen akademischen Gremien Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Hochschullehrer Sitz und Stimme. Die Experimentalphysik wurde von Hans Lassen vertreten, später kamen Richard Honerjäger sowie für die Theorie Wolfgang Ludwig hinzu.

 

Das KWI für Physikalische Chemie war zwar vor Kriegsende nach Göttingen verlegt worden, aber die Gebäude blieben weitgehend erhalten. Einige Mitarbeiter - u. a. lwan Stranski, Kurt Molière und Kurt Überreiter - begannen kurz nach dem Kriege mit Forschungsarbeiten und eröffneten am 17. Oktober 1946 wieder das "Dahlemer Kolloquium". Robert Havemann, von sowjetischen Truppen aus dem Zuchthaus befreit, war vom Berliner Magistrat als lnstitutsdirektor eingesetzt worden. 1947 übernahmen die Länder der amerikanischen Besatzungszone die Schirmherrschaft und die Finanzierung der in Berlin verbliebenen Kaiser-Wilhelm-Institute als "Deutsche Forschungshochschule Berlin Dahlem". 1948 wurde Karl Friedrich Bonhoeffer - anfangs auch noch Direktor des Instituts für Physikalische Chemie der Humboldt-Universität als Direktor berufen. Er holte u. a. Ernst Ruska (Nobelpreis 1986), den Erfinder des Elektronenmikroskops, und Erwin W. Müller, den Erfinder des Feldelektronenmikroskops, an das Institut.

 

Trotz der Verlagerungen und der Demontagen nach dem Kriege begannen auch bei der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt sowie in einigen Industrieforschungsinstituten langsam wieder erste Aktivitäten. Was aber noch immer fehlte, war der Zusammenschluß der Physiker in einer Gesellschaft.


Die Situation bei Kriegsende


Weiter: Die Neugründung der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin